Dein Hund und eine gesunde Ernährung

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist wahrscheinlich eine der wichtigsten Säulen für die Gesundheit Deines Hundes. Unglücklicherweise gibt es aber immer mehr Hundebesitzer, die die Verantwortung für das Wohlergehen ihrer Hunde aus Bequemlichkeit einfach an die Tierfutterindustrie abtreten. Es ist natürlich einfacher das bunte Hundefutter aus der Fernsehwerbung zu kaufen, als sich selbst einmal mit dem Ernährungsbedarf eines Hundes genauer zu befassen.

Gerade in den letzten Jahren wurde viel über die möglichen Nebeneffekte von kommerziellen Hundefutter geschrieben, und oft wissen Hundebesitzer noch nicht einmal, aus welchen “leckeren” Zutaten einige dieser Produkte wirklich hergestellt werden. Geht man der Sache einmal auf den Grund, kann man es meist nicht mehr mit seinem Gewissen vereinbaren, diese Produkte weiterzufüttern.

Dies bedeutet aber nicht, dass kommerzielles Hundefutter grundsätzlich schlecht ist. Es gibt auch einige sehr gute Produkte im Handel, allerdings muss man danach suchen – und zwar durch den Vergleich der Inhaltsangaben auf der Verpackung, und nicht der Werbung!

Ich habe meinen Hund Andy komplett auf Rohfutter umgestellt. Der Grund für diese Umstellung war allerdings kein schlechtes Futter, sondern der Wunsch nach mehr Kontrolle über die Inhaltsstoffe! Aus menschlicher Sicht ist das wie der Vergleich der hausgekochten Mahlzeit und dem Burger bei McDonalds.

In der Hundewelt gibt es etliche Variationen der natürlichen Fütterung. Einige Hundebesitzer schwören auf die “BARF” Fütterung (Biologisch Artgerechtes Rohes Futter) welches auf rohem Fleisch, Knochen, Gemüse und Früchten basiert, andere wiederum füttern nach dem “Beute Model” lediglich tierische Produkte. Da wir bis heute noch nichts negatives über die Hinzufütterung von frischem Gemüse gehört haben, ist BARF die Fütterungsmethode unserer Wahl.

Ich werde mich hier allerdings nicht mit der BARF Fütterung beschäftigen, dazu werde ich demnächst etwas ausführlicher schreiben. Dieser Artikel ist für Leser, die ihren Hund auch weiterhin mit (qualitativ hochwertigem) kommerziellen Hundefutter füttern wollen, dieses dann aber mit gesunden und natürlichen Zutaten ergänzen.

Falls Du Dir nicht sicher bist, wie Du hochwertiges Fertigfutter auswählen solltest, lese darüber in unserem Artikel über Hundefutter.

Diese Auflistung ist natürlich nicht vollständig! Frage immer Deinen Tierarzt falls Du Deinem Hund etwas fütterst möchtest, aber nicht weist ob es ihm auch bekommt. Und immer daran denken – halte genug frisches Wasser für Deinen Hund bereit.

Lebensmittel, die auch für Hunde geeignet sind:

Möhren, Karotten

Möhren sind sehr vitaminhaltig, und wenn Du Deinen Hund früh genug daran gewöhnst, kannst Du diese als ein hervorragendes “Ersatzleckerli” benutzen. Steve füttert Andy Möhren nach jedem Fressen.

Hüttenkäse

Hunde sind Laktoseintolerant – sie verfügen nicht über das notwendige Enzym, dass für die Verdauung der in Milchprodukten enthaltenen Laktose erforderlich ist. Hüttenkäse enthält allerdings nur sehr geringe Mengen an Laktose und ist daher ein hervorragender, und bekömmlicher Lieferant an Kalzium, Phosphor, Proteinen und Vitaminen.

Bananen

Genau wie Möhren sind Bananen ein sehr geeigneter und vitaminreicher Snack für Hunde. Allerdings sollte man davon nicht zu viel füttern, weil Bananen sehr viel Zucker enthalten (kann zu Verstopfungen, und langfristig zu Übergewicht führen).

Rinderleber

In geringen Mengen ist Leber eine nährstoffreiche Futterergänzung für Deinen Hund. Allerdings solltest Du beachten, dass Leber und Lebertran einen großen Vitamin-A Anteil haben, und daher eine andauernde Fütterung von Leber zu Überdosierungserscheinungen führen kann (Hypervitaminose-A). Dies bedeutet, Du solltest nicht mehr als 1 bis 2 mal pro Woche Leber hinzufüttern, und falls Dein Hund noch zusätzlich Vitamin A-haltige Nahrungsergänzungsmittel (Pillen oder Pulver) bekommt, eher überhaupt nicht. Andere Organe wie Herz oder Magen sind ernährungsphysiologisch eher wie Muskelfleisch und können daher in größeren Mengen gefüttert werden.

Dunkelgrünes Blattgemüse

Dunkelgrünes Blattgemüse wie Mangold, Grünkohl, Löwenzahn und Spinat sind eine hervorragende Ernährungsergänzung für einen Hund. Sie enthalten viele Vitamine, Mineralstoffe, und einigen Studien zufolge halfen diese auch bei der Reduzierung von Krebserkrankungen. Am besten füttert man diese Gemüse in gemahlener oder leicht gedünsteter Form damit der Hund die Nährstoffe besser verwerten kann. Hunde haben einen wesentlich kürzeren Verdauungskanal als der Mensch, daher können sie unzerkleinertes Rohgemüse nur schlecht verdauen. Gewarnt sei allerdings vor Gemüse aus der Nachschattensorte, diese können zu Fellproblemen führen. Nachtschattengewächse sind: Auberginen, Kartoffeln, Paprika, Zwiebeln (giftig für Hunde), Schnittlauch (giftig für Hunde), Knoblauch (in größeren Mengen giftig für Hunde), Tomaten sowie Artischocken und Hülsenfrüchte. Größere Mengen an Spinat sollte man aufgrund seines hohen Oxalsäuregehaltes auch vermeiden, da dies zu Nierensteinen führen kann.

Eier

Eier sind eine ausgezeichnete Quelle für Proteine sowie bestimmte Vitamine und Mineralstoffe, die sonst vor allem in Fleischprodukten vorkommen. Rohe Eier können allerdings auch Bakterien wie z.B. Salmonellen enthalten, und daher sollten nur frische, rohe Eier von einer zuverlässigen Quelle verwendet werden (z.B. Organisch, Freilauf). Im Zweifelsfall Eier vollständig kochen.

Frische Früchte

Siehe dunkelgrünes Blattgemüse.

Frischer Fisch

Die moderate Zufütterung von rohem Fisch ist gut für Hunde, da dieser ein hochwertiger Lieferant von Eiweiß mit einem hohen Vitamin D Anteil sowie Omega-3 Fettsäuren ist. Falls Du Fisch aus Konservendosen fütterst, wasche diesen zuvor gründlich um die hinzugefügten Salze und Öle zu entfernen. Die meisten Hunde mögen Fisch sehr gern und er ist eine willkommene Abwechselung zu Fleisch. Allerdings sollte man beachten, dass das in Fisch enthaltene Enzym “Thiaminase” zum Abbau von Vitamin B2 beiträgt und damit eine übermäßige Fischfütterung in Vitamin B2 Mangel resultieren kann. Thiaminase kann durch kochen des Fisches zerstört werden, und kochen minimiert ebenfalls das Risiko von Parasiten, die möglicherweise in rohem Fisch enthalten sind. Gräten sollten grundsätzlich entfernt werden, da sich diese im Verdauungstrakt Deines Hundes festsetzen können.

Fischöl

Die meisten von uns wissen das Fisch-Öl gut für unsere Gesundheit ist. Nur wenige wissen aber, dass dies ebenso auf unseren Hund zutrifft. Tierärzte haben Fischöl schon seit langem zur Behandlung von Allergien bei Hunden empfohlen. Heutzutage gibt es aber noch wesentlich mehr Anwendungsgebiete, z.B. bei der Vorbeugung von Herz und Nierenproblemen oder bei der Behandlung von Arthritis. Fischöl hilft auch gegen Hautallergien und sorgt für ein gesundes und glänzendes Fell. Für den menschlichen Verzehr bestimmte Fischölkapseln können auch unseren Hunden gefüttert werden, achte aber dabei auf die richtige Dosierung. Im Zweifelsfalle frage Deinen Tierarzt.

Hafferflocken

Hafferflocken sind ein sehr nahrhaftes und glutenfreie Kornprodukt mit erheblichen Mengen an Thiamin und Vitamin E.

Rohes Fleisch (einschließlich Herz)

Muskelfleisch ist eine hervorragende Quelle an Eiweiß und vielen anderen für unseren Hund lebenswichtigen Bestandteilen. Fleisch füttert man am besten durchwachsen mit einem Fettgehalt von etwa 30%. Huhn, Pute, Lamm, Ziege, Rind oder Ente sind ideal. Da bei der Fütterung von rohem Fleisch immer die Gefahr der Bakterienkontaminierung besteht, füttere nur Fleischprodukte mit Lebensmittelqualität und keine alte oder vergammelte Ware.

Salat

Salat hat viele Vitamine, Mineralstoffe und Enzyme. Je frischer desto besser! Da Hunde Salat (wie auch dunkelgrünes Blattgemüse) in roher Form nicht so gut verdauen können, sollte man Salat am besten vor dem Füttern pürieren oder leicht dünsten.

Seetang

Seetang ist reich an Surenelementen und Vitaminen (A, B1, B3, B5, B6, B9, B12, C und E) sowie Zink-, Biotin-, Brom-, Calcium-, Cholin-, Kupfer-, Inositol, Jod, PABA, Kalium, Selen, Natrium und Schwefel. Jod ist sehr gut für die Drüsen und Organe Deines Hundes, insbesondere für die Schilddrüse und die Leber. Seetang erhöht die kontraktile Kraft des Herzens, verbessert den Kreislauf und wird häufig auch bei einer Mineraldefizienz verabreicht.

Alfalfa

Alfalfa enthält die Vitamine A, B1, B6, B12, C, D, E, K und U, sowie Beta-Karotin, Niacin, Pantothensäure, Biotin, Folsäure, Kalzium, Phosphor, Kalium, Magnesium, Eisen, Zink-, Kupfer-, Protein, Aminosäuren, Spurenelemente und Ballaststoffe.

 

Leave a reply